Brünnl

Wallfahrt nach Brünnl – Dobrá Voda

Wallfahrtskirche Dobrá Voda

In Kindheitstagen hat mich die Erzählung meiner Mutter Johanna Preißl, geb. Bauer, fasziniert, dass sie als Mädchen jährlich an der Fußwallfahrt nach Brünnl teilgenommen hat, die ihr Vater als Vorbeter begleitete. Diese Wallfahrtstradition endete in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts durch die damaligen politischen Umbrüche.

Für mich war eine Fußwallfahrt in das Nachbarland aufgrund des Eisernen Vorhangs unvorstellbar. Nach der Grenzöffnung 1989 habe ich mit meiner Frau und unseren Kindern die Wege in Tschechien erkundet. Ich kannte ja die Orte, die die Wallfahrer durchwanderten, aus den Erzählungen meiner Mutter. Wie schwierig das war, kann man sich heute kaum vorstellen. Es gab damals kein Google Maps. Die Tschechoslowakei hatte keine Karten mit detaillierten Informationen über den Gebietsstreifen entlang der Grenze aufgelegt, um Fluchtversuche möglichst zu erschweren. Es waren mehrere Sonntagsausflüge notwendig, um einen Weg zu finden, der der historischen Strecke folgt und möglichst dem Straßenverkehr ausweicht.

Herr Alois Böhm und ich haben dann die erste neue Seyfriedser Wallfahrt nach Brünnl für den 9. Mai 1992 organisiert. Damals machten sich 14 Pfarrangehörige auf den 42 km langen Weg. Es waren dies Pfarrer Rudolf Pinger, Alois Böhm, Franz Hieß, Günter Koller, Maria und Josef Pils, Maria und Reinhard Preißl, Maria und Bertram Pufler, Oswald Ramharter, Josef Redl, Herbert Wais und Johann Zach. Seither ist diese Wallfahrt zu einer beliebten Tradition geworden.

Mittlerweile ist diese 42 km lange Fußwallfahrt am 1. oder 2. Maisamstag zu einer beliebten Tradition geworden. Bis zu 90 Personen waren seither jährlich unterwegs. Wenn Sie neugierig geworden sind, melden Sie sich an!